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Monatliche OSM-Kolumne, Januar 2026

OSM an der Infrastruktur-Schwelle

OpenStreetMap steht 2026 an einem Wendepunkt, der weniger dramatisch wirkt als er faktisch ist. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Myanmar-Erdbeben-Response im März 2025 mobilisierte 3.296 Volunteer-Mapper, um 1.438.900 Gebäude und 17.603 km Straßen zu kartographieren – ein logistisches Wunder. Gleichzeitig offenbaren diese Zahlen eine unbequeme Wahrheit: OpenStreetMap ist nicht mehr ein nischenhaftes Wiki-Projekt, sondern kritische digitale Infrastruktur, die von der Bahn, DHL, Meta, Microsoft bis zum Roten Kreuz in Echtzeit genutzt wird.

Doch die Infrastruktur selbst – das Code-Gerüst, das diese Kartographie überhaupt möglich macht – zeigt Verschleißerscheinungen. Die Sovereign Tech Agency erkannte dies im Dezember 2024 und investierte 384.000 EUR über zwei Jahre, um OpenStreetMaps Kerninfrastruktur zu modernisieren. Diese Kolumne folgt den Fäden, die sich von diesem Investment bis zur State of the Map 2026 in Paris ziehen – und zeigt, warum diese Fäden in Wien beginnen, wo Fragen von Zugänglichkeit, Gerechtigkeit und Community-Partizipation nicht abstrakt sind.

Teil 1: Governance-Krise und die Resilienz-Frage

Das Defizit: Wer wartet OSMs Herz? Eine unbequeme Tatsache: OpenStreetMaps Kerninfrastruktur wird von einer Handvoll Entwickler unterhalten. Nicht Dutzend – Handvoll. Für kritische Projekte wie die Datenbank, die API und das Website-Frontend gibt es oft nur eine oder zwei Personen. Das ist nicht Schlankheit – das ist Single-Point-of-Failure-Architektur.

Die Operations Working Group (OWG) der OpenStreetMap Foundation hat zwar Oversightfunktionen, doch die Entscheidungswege sind:

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